Handhaltung

Das Langschwert wird in der Regel mit zwei Händen geführt, auch wenn Überlieferungen mit einhändiger Führung, sogar in Verbindung mit einem Schild vorliegen. Die waffenführende ist bei einem Rechtshänder die rechte und bei einem Linkshänder die linke Hand. Diese greift grundsätzlich nahe der Parierstange. Sie führt in der Regel das Schwert.
Die andere Hand unterstützt die Führung. Sie greift entweder nahe hinter der waffenführenden Hand oder direkt am Knauf. Zu Anfang, während des Erlernens der Grundtechniken ist es empfehlenswert, die zweite Hand möglichst nahe der ersten zu platzieren und nicht gleich am Knauf. So lernt man die Waffe aus dem Gehiltz heraus zu führen und nicht mit dem Knauf zu „rudern“

In den Quellen

Hs.3227a (‚Döbringer‘), 14. Jahrhundert
„Wisse, dass ein guter Fechter vor allen Dingen sein Schwert bestimmt und sicher führen soll und mit beiden Händen zwischen Gehiltz und Kloss fassen. So hält er das Schwert viel sicherer, als wenn er es beim Kloss fasst mit einer Hand. Auch schlägt er so viel härter und sicherer. Denn zöge der Fechter den Schlag mit dem Kloss, würde das nicht so vollkommen und stark sein.“

Haltungs-Varianten der vorderen Hand

Hammergriff:
Diese Haltung ist die typische Variante, welche am meisten Verwendung findet. Die linke (hintere) Hand kann zwecks höherer Kraftentfaltung direkt hinter der rechten Hand geführt werden oder zur Verbesserung der Kontrolle am Knauf.

Beachte:

  • Es sollte ein „Rudern“ vermieden werden! Ruht die linke Hand am Knauf, so ist ihre Aufgabe ausschließlich die Kontrolle der Waffe. Das Reißen am Knauf sollte i.d.R. vermieden werden!

für den Stoß optimiert:
In dieser Haltung werden Klingenbindungen angenommen, welche nahe der Parierstange entstehen. Beim Stoß und dessen Anbindungen kommt diese Variante oft ins Spiel. Der Damen kann dabei an oder hinter der Parierstange sein.


Daumenlage:
Hier ist das Gehilz exakt um 90° verdreht. Der Daumen ruht auf der Klinge oder leicht nach hinten versetzt auf der Parierstange. Diese für den Einsteiger recht ungewöhnliche Handhaltung ermöglicht das Einnehmen von Winkeln, welche mit den anderen Varianten nicht möglich sind. Zwerchhau, Krumphau und Schielhau werden z.B. in dieser Lage ausgeführt.

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