Paraden im Nach sind die didaktische Heranführung an Techniken im Indes. Es gilt, in diesen sicher zu werden und auf diese Weise im Kampf nicht die Ruhe zu verlieren. Man unterscheidet zwischen zwei Varianten:

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Nach der Parade ist vor dem Angriff!

Da beim sauberen Versetzen stets der Ort in Richtung des Gegners zeigt, ist ein Gegenangriff (Sportfechten: Riposte) schnell mit einem einfachen Ausfallschritt getan. Im Training gilt es, dies so zu üben, dass der Fechter aus der Parade im Nach durch den blitzschnellen Stoß jederzeit ins Vor wechseln kann.

Taktischer Hinweis

In den Lehren Liechtenauers wurde – wie oben zu lesen ist – vor dem Versetzen gewarnt, da man schnell geschlagen wird, wenn man nur reagiert und nicht dazu kommt, selbst den Angriff zu finden. Dennoch darf man nicht dem Irrglauben erliegen, dass das Parieren niemals seinen Platz hätte! Es ist das Vorbereiten auf den Worst-Case, wenn man selbst überrascht wird und keinen „Plan“ zur Verfügung hat. Lieber parieren, als getroffen werden.

Eine ausführliche Quellenbetrachtung zu diesem Thema ist im Artikel ‚Parieren erlaubt‚ zu finden.

In den Quellen

Joachim Meyer, 16. Jahrhundert (übers. von Alex Kiermeyer)
Eine nützliche Ermahnung vom Versetzen
Wenn Du aber zu solchem Versetzen mit Gewalt und Übereilen gedrängt würdest, dann versuche doch, dass Du dich mit Abtritten befreien und mit Vorteil wieder zum Vor kommen mögest. Diese Versatzung erwähnt auch Liechtenauer, wenn er spricht:
‚Vor versetzen hüt dich /
Geschiehts dir not es mühet dich‘
Mit welchem er das Versetzen nicht völlig verbieten will, so dass du nichts anderes als zu Hauen lernen solltest. Denn genauso, wie es dein Schaden wäre, wenn du dir angewöhnen würdest, nur zu versetzen, so ist es auch zu nichts Nütze, jemanden mit Streichen zu überpoltern, genauso gewissermaßen mit geschlossenen Augen mit seinen Streichen zugleich hinein zu hauen, welches dann kein Fechten, sondern viel mehr einem unbesonnenem Bauern-Gedresche gleicht.“