Warum geht man beim Versatz im Nach überhaupt zurück? Reicht nicht eines von beidem – Die Parade ODER der Schritt zurück?

In der Tat würde im Grunde eines reichen. Der „beste“ Versatz ist zunächst auch ausschließlich der Schritt zurück. Die Kombination aus beidem hat seinen Grund vor allem in der Didaktik: Der Verteidiger wird darin geschult, die Mensur (Abstand zum Gegner) aufrecht zu erhalten, solange der Verteidiger keinen taktischen Grund hat dies zu unterlassen. Bei einem Versatz im Nach gibt es grundsätzlich zwei Szenarien:

  1. Der Verteidiger lässt sich taktisch auf einen Versatz ein, um damit seinen bereits geplanten Gegenangriff vorzubereiten.
  2. Der Verteidiger reagiert auf den Angriff ohne eigenen Plan. In diesem Fall gilt folgendes Prinzip: Gerät der Fechter in die Defensive, so sollte seine Situation nach seiner Verteidigung taktisch nicht schlechter sein, also davor. Der Status-Quo sollte erhalten bleiben. Dazu zählt auch der Fechtabstand. Spätestens beim zweiten Angriff würde der Verteidiger ansonsten Gefahr laufen, überrannt zu werden!

Daraus ergibt sich, dass der Fechter zunächst die Paraden inklusive Schritt zurück lernt, so wie es hier in den Tutorials auch gezeigt wird. Mit der Zeit werden die Paraden jedoch mit verschiedenen Varianten der Beinarbeit (auch ohne) trainiert, um die Paraden an verschiedene Fechtsituationen anzupassen.

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