Die Huten

In den früheren Fechtbüchern ist von “vier Huten” die Rede: Ochs, Pflug, Alber, Vom Tag. Weitere Huten werden nur beiläufig erwähnt. Später, im 16. Jahrhundert werden sie von Joachim Meyer Haupthuten (Hauptleger) genannt und alle anderen Beihuten (Beyleger). Bei den vier Haupthuten handelt es sich um eine Auswahl an Huten, welche alle den Gegner direkt oder indirekt bedrohen.

In den Quellen

Cod. 44.A.8 (‚Danzig‘), 15. Jahrhundert

„Halte dich allein an die vier Leger (Huten) und meide die gewöhnlichen. Ochs, Pflug, Alber, Vom Tag seien dir nicht gleichgültig. Merke die vier Leger – das sind die vier Huten aus denen du fechten sollst.“

In den Fechtbüchern werden die Begriffe Hut und Leger gleichermaßen gebraucht. Zwar ist nicht davon auszugehen, dass Leger ein exaktes Synonym für Hut ist, dennoch sind beide Worte in den Fechtbüchern oft austauschbar. Nach unserem Forschungsstand scheint das Wort Hut eine exakt benennbare Position von Waffe und Körper zu sein, während die Bezeichnung Leger prinzipiell die ‘Lage’ der Waffe beschreibt und somit auch Positionen abzudecken scheint, welche keinen eigenen Namen als Hut haben.

Taktischer Hinweis

Der Fechter sollte vermeiden, zu lange in den Huten zu verweilen, da er für den Gegner dadurch angreifbar wird.

In den Quellen

Hs.3227a (‚Döbringer‘), 14. Jahrhundert

“Vier Leger oder Huten von denen etwas zu halten ist:
Doch vor allen Dingen soll ein Mann nicht zu lange darin verweilen. Denn Liechtenauer spricht:
‘Wer da liegt, der ist tot, Wer sich rühret, der lebt noch.’
Diese Worte betreffen die Leger (Huten). Es soll Mann im Gefecht lieber in Bewegung bleiben, als dass er in den Huten wartet, bis er seine Chance vertan hat.”