Grundhiebe & Stöße

Huten und Hiebe

Im Langschwertfechten charakterisiert die einfachen Hiebe auch ihre Schnittkomponente. Somit ist für den Fechter nicht nur wichtig wo er trifft, sondern auch, welchen Weg seine Klinge dabei zurücklegt! Um dies zu systematisieren und zu trainieren wurde damals der Hieb in drei Beriche unterteilt:

  • Eingangsstellung
  • Hiebbewegung
  • Endstellung

Eine Stellung wurde als „Hut“ bezeichnet. Jedoch sprechen wir hier nicht über statische Positionen. Bei den Huten handelt es sich in der Regel um Durchlaufpositionen. Sie zeigen dem Fechter, von wo aus und mit welchem Winkel er seine Waffe auf das Ziel bringen muss und wohin er sie dann zu bewegen hat.

Acht Grundhiebe

Erweitert werden diese Techniken um die fünf „Verborgenen Hiebe“, Stöße und zahlreiche andere.

Blößen

Man unterteilt den Körper in vier verschiedene Zonen:

  • Oben / Unten
  • Rechts* / Links*

Jede Trefferzone (auch „Blöße“ genannt) kann aus verschiedenen Winkeln bedroht werden. Des weiteren kann jede Blöße jeweils mit mehreren Aktionen verteidigt werden. Die erste und wirksamste Verteidigung ist das Erhalten der „Mensur“ – des Abstandes zum Gegner. Im europäischen Fechten war und ist dies stets die Basis, an der sich alle Bewegungen und Techniken orientieren.

In den Quellen

Hans Talhoffer, 15. Jahrhundert
„Vier plöß wisse | Der hab acht so schlechtu gewisse“

Joachim Meyer, 16. Jahrhundert
„Nun wirdt aber der Man abgetheilt in vier quatier oder theil / in das Ober und das Under / und der jedes in das Recht und Linck.“

Natürlich gibt es unendlich mehr Blößen, diese werden aber jeweils der entsprechenden Hauptzone zugeordnet. Übrigens ist es nicht nur eine Kunst, seine eigenen Blößen geschlossen (gedeckt) zu halten, sondern auch Komma die offenen des Gegners sauber zu treffen!

* Hinweis: Bei der Benennung des Seiten (rechts/links) wird in den historischen Fechtbüchern immer auf das Objekt Bezug genommen. Der „rechte Oberhau“ ist also ein Oberhau von der rechten Seite des Angreifers aus. „Hau ihm auf die linke Seite“ bedeutet hingegen, die linke Seite aus der Sicht des Partners anzugreifen – z.B. mit dem erwähnten rechten Oberhau.